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Stromkosten an Schulen senken: Was Schulträger heute tun können

Von Nils Rückert · 8. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

Stromverbrauch einer Schule nach Bereichen: Beleuchtung, Lüftung, Mensa, IT, Kühlung
Kurz beantwortet: In Schulen fließt der meiste Strom in Beleuchtung, Lüftung und Mensa. Die schnellsten Hebel sind Tageslicht, LED und eine bedarfsgerechte Lüftung. Wer danach noch Potenzial sucht, sollte auf die Netzqualität schauen: An einer Schule in Berlin senkt eine ESS-Anlage den Strombezug um 14,53 Prozent, ohne dass im Gebäude etwas umgebaut wurde.

Wohin der Strom in einer Schule fließt

Belastbare Zahlen zur Aufteilung des Schulstroms sind selten. Eine der besseren Quellen ist eine Auswertung des Kantons Zürich aus dem Jahr 2023. Dort entfielen 32 Prozent des Stromverbrauchs auf die Beleuchtung, je 18 Prozent auf Lüftung und Mensa, 10 Prozent auf IT in den Unterrichtsräumen und 8 Prozent auf die Kühlung in der Küche (Kanton Zürich).

Deutsche Schulen sind nicht identisch, aber die Größenordnung passt: Licht, Luft und Küche machen den Großteil aus. Ganztagsbetrieb, mehr digitale Ausstattung und neu eingebaute Lüftungsanlagen dürften den Stromanteil in vielen Gebäuden eher erhöht haben.

Die einfachen Hebel zuerst

Dieselbe Auswertung beziffert das Sparpotenzial auf insgesamt 27 Prozent. Die größten Einzelposten waren Tageslichtnutzung statt Grundbeleuchtung (8 Prozent), das Abschalten eines Fünftels der Leuchtmittel (6 Prozent) und ein reduzierter Volumenstrom in den Lüftungsanlagen (5 Prozent). Das sind organisatorische Maßnahmen, die kaum Geld kosten.

Wo noch Leuchtstoffröhren hängen, ist der Umstieg auf LED weiterhin die Maßnahme mit der kürzesten Amortisation. Bei Lüftungsanlagen lohnt sich ein Blick auf die Laufzeiten: Viele laufen nach Zeitplan statt nach CO₂-Wert, auch in Ferien und an Wochenenden.

Was das Energieeffizienzgesetz verlangt

Das Energieeffizienzgesetz nimmt öffentliche Stellen in die Pflicht. Wer im Jahr mindestens 1 GWh Endenergie verbraucht, muss bis 2045 jedes Jahr 2 Prozent einsparen. Ab 3 GWh ist bis zum 30. Juni 2026 ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einzurichten, zwischen 1 und 3 GWh ein vereinfachtes (§ 6 EnEfG).

Ob ein Schulträger darunter fällt, hängt am Gesamtverbrauch aller Liegenschaften und am jeweiligen Landesrecht. Für viele Städte und Landkreise ist die Schwelle schnell erreicht. Dann zählt jede Maßnahme, die sich messbar nachweisen lässt.

Der übersehene Hebel: die Netzqualität

LED-Treiber, Umrichter in der Lüftung, Server und hunderte Ladegeräte haben eines gemeinsam: Sie belasten das Gebäudenetz mit Oberschwingungen und verteilen die Last ungleich auf die drei Phasen. Das kostet Strom, der nirgends als Verbraucher auftaucht, und belastet die Technik.

Das ESS Energieeffizienzsystem setzt genau dort an. Es gleicht die Phasen aus, stabilisiert die Spannung und reduziert Oberschwingungen am Gebäudeanschluss. An einer Schule in Berlin senkt eine 250-A-Anlage den Strombezug um 14,53 Prozent, das sind rund 21.000 kWh und 8 Tonnen CO₂ im Jahr. Die Stadt München hat ESS im Sommer 2026 über eine öffentliche Ausschreibung beauftragt. An einem Gymnasium in München spart eine 630-A-Anlage 11,10 Prozent, rund 74.000 kWh und 32 Tonnen CO₂ im Jahr.

In der Praxis liegt die Einsparung meist zwischen 8 und 15 Prozent, mindestens 5 Prozent werden vertraglich garantiert. Das ersetzt keine LED-Sanierung, kommt aber dazu und braucht keinen Eingriff in den Schulbetrieb. Wie die Technik im Detail wirkt, steht in Oberschwingungen und Netzqualität.

Und wer bezahlt das?

Bei Kommunen scheitert Effizienz selten an der Technik, meist am Haushalt. Contracting, Mietkauf und Leasing lösen das: Die Einsparung trägt die Rate, gezahlt wird aus dem laufenden Budget statt aus dem Investitionshaushalt. Die Modelle im Vergleich stehen in Energieeffizienz ohne Eigenkapital finanzieren, die kommunalen Förderwege in Energieeffizienz für Kommunen.

Sie wollen die Technik vorher sehen? Im Showroom der ESS Solutions GmbH in Rostock läuft eine Anlage im echten Betrieb. Eine Vorführung für Ihr Gebäudemanagement organisiere ich gern.

Häufige Fragen

Was verbraucht in einer Schule den meisten Strom? In einer Auswertung des Kantons Zürich entfiel rund ein Drittel des Schulstroms auf die Beleuchtung, je etwa ein Sechstel auf Lüftung und Mensa. Die Verteilung schwankt je nach Gebäude, Ganztagsbetrieb und Küche.

Müssen Schulen nach dem Energieeffizienzgesetz Energie sparen? Die Pflichten richten sich an öffentliche Stellen ab 1 GWh Gesamtendenergieverbrauch pro Jahr: 2 Prozent Einsparung jährlich, ab 3 GWh zusätzlich ein Energie- oder Umweltmanagementsystem. Ob ein Schulträger darunter fällt, hängt von seinem Gesamtverbrauch und vom Landesrecht ab.

Wie lässt sich Effizienztechnik ohne Investitionshaushalt finanzieren? Über Contracting, Mietkauf oder Leasing. Die Einsparung trägt dann die Rate, gezahlt wird aus dem laufenden Bewirtschaftungsbudget.

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